Eine Seite aus dem Tagebuch eines Kreuzfahrers
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"Ich habe ihn tagsüber gejagt, bin ihm nächtens gefolgt. Ich habe seine Spuren in den dämonischen Ödlanden der Wunde gefunden. Ich habe Hinterhalte in den Städten gelegt. Einen Jäger zu jagen, ist eine seltsame Aufgabe. Der Dämon suchte Opfer und hinterließ eine Spur zu Tode gefolterter Kreuzfahrer, ihre Herzen aus dem Körper geschnitten. Und ich suchte ihn. Als ich nachts auf Knien betete, fragte ich mich: Warum will ich die Welt ausgerechnet von diesem Monster befreien? Fast täglich kommen neue Dämonen aus den Rissen in der Weltenwunde. Ich könnte sie bekämpfen, wo immer ich will, ich könnte mich in jeder Garnison meinen Kreuzfahrerbrüdern anschließen. Aber ich jagte ihn – drei Jahre lang, unablässig, wie ein Hund, der einer Fährte folgt. Am Ende kam er zu mir. Meine Hartnäckigkeit hatte seine Aufmerksamkeit erregt und mich zum Köder gemacht. Manche Dämonen erfreuen sich besonders daran, die Schwachen und Hilflosen zu foltern, aber er war anders. Wut zog ihn an – er tötete gerne die Starken, Stolzen und Unbeugsamen. Zumindest sagte er mir das. Ich hörte ihm zu und fand es erschreckend, wie ähnlich wir uns waren. Dann kämpften wir. Ich tötete ihn. Es waren drei lange Jahre, Göttin. Nach dieser langen Jagd kehrte ich nach Kenabres zurück, nach einem erschöpfenden Kampf, mit einer schrecklichen Bürde. Am Rande der Stadt zeigte mir ein Licht den Weg. Nicht Euer Licht, nein. Das Licht von Feuern in der Nähe der Stadtmauern, wo die Inquisitoren weitere mögliche Abtrünnige verbrannten. Ich ging in meiner staubigen Rüstung voller Schwertscharten an den Leuten vorbei, die sich versammelt hatten, um der Hinrichtung beizuwohnen. Ich lauschte den ekstatischen Worten des Henkers. Ich erinnerte mich an die letzten Worte des Dämons vor seinem Tod. Ich habe die Stadttore nie durchschritten. Ich kniete nicht in Eurem Tempel, ich teilte kein Mahl mit den anderen Kreuzfahrern. Ich, Berenguer der Hochgewachsene, gehöre nicht länger zu diesem Kreuzzug. Nicht nach diesen langen Jahren. Nicht nach dem, was ich erkannt und gehört hatte. Denn im Sterben hatte der Dämon zu mir gesagt: 'Wir sind, was aus Euch werden wird'."