Zaoris' Nadel
Item · 500 GM · Gewicht 0.25
Die Stadt Katapesch erinnert sich an die schurkische Zaoris. Die Priesterin war so schön wie verkommen. Ihr Vater war der adlige Zauberkünstler Conthyr. Nachdem er die verstörenden Neigungen seiner Tochter bemerkt hatte, wollte er dem kleinen Mädchen den Makel durch Läuterungsrituale austreiben, doch alle seine Versuche waren umsonst – Zaoris' Herz war durch und durch böse. Sie hasste ihren Vater und schwor der Dämonenherrscherin Nocticula die Treue. Diese schenkte ihr eine magische Nadel, die jeden verführen und versklaven konnte, von dem sie auch nur einen einzigen Tropfen Blut gekostet hatte. Zaoris nutzte die Nadel, um Conthyrs Willen zu dominieren und setzte dann seine Magie ein, um die Dorfbewohner von Katapesch mit Tod und Zerstörung zu überziehen. Ihre Armee wuchs von Tag zu Tag, denn sie versklavte mit Hilfe der Nadel immer wieder neue Diener. Zaoris suhlte sich in ihrer Grausamkeit und ihre Schreckensherrschaft hatte viele Jahre lang Bestand. Lächelnd gab sie Kindern Waffen in die Hand und versprach ihnen die Freiheit, wenn sie das Blut ihrer Väter vergossen. Sie bot Nocticula Opfergaben dar und zwang ihren Vater Conthyr, ganze Siedlungen einzuäschern. Und doch gelang es dem Zauberkünstler einen kleinen Rest seines freien Willens beizubehalten. Weil er nicht dem Bösen dienen wollte, brachte Conthyr seine Tochter durch eine List dazu, einen verlassenen Tempel der Calistria zu erkunden, der Göttin der Lust und der Rache. Von der Aussicht auf Schätze in Versuchung geführt und nicht wissend, dass der Tempel verflucht war, willigte Zaoris ein. So brachen sie und ihr Vater auf, um ihrem Untergang entgegenzugehen – gemeinsam. Der wertvollste Schatz des Tempels war der Buch der Erlösung. Der Einband war mit Gold und Juwelen verziert, das Buch war atemberaubend. Zaoris glaubte, das Buch enthalte zerstörerische Zauber, erkannte ihren Irrtum aber augenblicklich, als sie es aufschlug. Sämtliche Feuerschalen in dem verlassenen Tempel entzündeten sich und rote Worte erschienen auf einer leeren Seite – das Buch der Erlösung führte Zaoris' sämtliche Sünden auf, in Blut geschrieben. Die Priesterin schrie vor unerträglichen Schmerzen auf, als der Fluch sie traf – denn jeder Mörder, der den Tempel betrat, fiel seinen eigenen Verbrechen zum Opfer und erlebte sämtliche Qualen, die alle seine Opfer je erlitten hatten. Die Tempeltüren schlugen zu und die Magie der Nadel verblasste. Zaoris und Conthyr waren im Altarraum gefangen. Vor Schmerz im Delirium erstach die Priesterin mit der nun kraftlosen Nadel ihren Vater und rammte sie sich dann ins eigene Herz. Doch ihr Geist fand im Leben nach dem Tod keine Ruhe. Das gepeinigte Gesicht der Priesterin suchte die nachfolgenden Besitzer der Nadel noch jahrelang heim, und selbst, nachdem der verfluchte Gegenstand wieder in Nocticulas Besitz gelangte, weigerte Zaoris die Rote sich, für immer zu weichen.
Ort
Wegkreuzung bei Unentrinnbarer Kerker · 9Weltenwunde