"Reiseaufsätze. Axis: die langweiligste aller Städte"
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"Axis. Die ewige, perfekte Stadt, die eine ganze Existenzebene einnimmt. Grandios, pompös und episch in ihrer Gelassenheit und Erhabenheit. Zahllose Reisende träumen davon, diesen faszinierenden Ort einmal in ihrem Leben zu besuchen, und viele werden von ihm enttäuscht. Wo sonst kann man eine Stadt von der Größe einer Ebene erleben? Oder besser gesagt, eine gewaltige Zahl von Städten, die zu einem einzigen urbanen Organismus verschmolzen sind. Man kommt nicht umhin, beim Anblick der strahlenden mechanischen Zitadelle, der Heimstatt der Göttin Brigh, der Schutzpatronin aller Erfinder, in Ehrfurcht zu erstarren. Dieses bemerkenswerte Labyrinth aus Zahnrädern, Linsen und Pendeln ist in ständiger Bewegung und lässt den Beobachter sein Zeitgefühl verlieren. Es ist unmöglich, nicht zu erschaudern, wenn man durch Aktun, die 'Hauptstadt' von Axis, spaziert, denn hier, in der Heimat von Abadar selbst, führen sämtliche Straßen zu einem einzigen Punkt ... der sagenhaften ersten Schatzkammer, dem für immer versiegelten Archiv für Kopien aller jemals geschaffenen Gegenstände. Niemand darf die Schatzkammer betreten, um die darin aufbewahrten Exponate zu bestaunen. Ein Reisender kann bestenfalls darauf hoffen, ehrfurchtsvoll eine Hand auf ihre Mauern zu legen. Ah, Axis! Das Ideal, die Utopie! Deine Verkehrswege sind absolut symmetrisch und es ist unmöglich, sich auf ihnen zu verirren. Kunden werden auf deinen Märkten niemals betrogen, da alle Preise von der Regierung gebilligt und festgesetzt werden. Deine Straßen sind makellos. Alle Wachen sind höflich und aufmerksam. Jedes noch so kleine Verbrechen wird untersucht, um den Missetäter zu bestrafen. Sicherheit ist hier Programm. Aber warum hat dieser Bericht dann einen so unschmeichelhaften Titel, werdet Ihr Euch fragen. Hättet Ihr meinen Aufsatz aufmerksam gelesen, wüsstet Ihr die Antwort bereits. Axis ist eine grandiose, eine perfekte Stadt. Es gibt nichts zu verbessern, kein Wachstum ... und genau das macht die Stadt unfassbar langweilig. Man kann sich nicht in dunklen Gassen verirren, man kann auf dem Markt nicht feilschen, und selbst die örtlichen Theater und Museen existieren mehr um ihrer selbst willen, anstatt Schauspielern und Künstlern eine Plattform für ihre Kreativität zu bieten. Die Freiheit der Selbstentfaltung ist tot ... sie hat sich selbst überlebt und ist im Schlaf von allen unbemerkt an Altersschwäche gestorben. Und doch würde ich mit Freuden nach Axis zurückkehren. Ein andermal, in ferner Zukunft. Immerhin bezweifle ich, dass es auf der Welt einen besseren Ort gibt, um seine goldenen Jahre in Ruhe und Frieden zu verbringen.{br} Rhye Shellix für 'Reiseaufsätze'{br} Warnhinweis: Gnomen wird von Reisen nach Axis abgeraten. In dieser Stadt droht ihnen mehr als irgendwo anders die sofortige Bleiche oder der unweigerliche Zusammenstoß mit dem Gesetz infolge extremer Versuche, die Bleiche zu verhindern."