"Dämliches Tagebuch"

Item · 50 GM · Gewicht 2

"Tag 1 Hauptmann Ling hat mir befohlen, dieses Tagebuch zu führen. Er hat gesagt, er würde es jeden Abend lesen, um sicherzugehen, dass ich nicht den Verstand verliere. Für mich klingt das nach einem Haufen Mist, aber ich werde bestimmt nicht mit einem Paladin Iomedaes diskutieren, der dreimal so groß und doppelt so breit ist wie ich. Definitiv nicht. Heute keine Vorfälle. Tag 2 Heute keine Vorfälle. Tag 3 Hauptmann Ling hat mich wissen lassen, er würde meine 'leichtfertige Einstellung' zu dieser Expedition nicht länger hinnehmen (!!!). Diese Paladine sind nichts weiter als Tyrannen. Sie prügeln einen mit Freuden windelweich ... und erklären einem dabei, das alles würde dem übergeordneten Wohl dienen, bla bla bla. Aber gut, ich werde mich benehmen. Ich bin Binaban Rizzel, ein Gnom, Entdecker und Kundschafter, den das Großkonzil von Absalom damit beauftragt hat, den Paladinen Iomedaes bei ihrer Expedition in das Enigma zu helfen. Ich wünschte, ich hätte diesen Artikel über Areschkagals Geheimnisse niemals geschrieben. Ich hätte ihn gewiss niemals veröffentlicht, wenn ich gewusst hätte, welchen Ärger er mir einbringen würde. Verdammt, Ling, warum schreibe ich das alles? Ihr wisst genau, wer ich bin und was ich hier mache. Ich schätze, dass ein paar niedere Dämonen von einem Trupp gut bewaffneter Kerle niedergemacht wurden, zählt nicht als Vorfall, also – auch heute keine Vorfälle. Tag 4 Wir laufen inzwischen seit vier Tagen in diesem Steinlabyrinth herum. Ganz ehrlich, meine Beine bringen mich um ... dafür ist aber das Essen überraschend gut. Ich hatte mit Feldrationen gerechnet, mit irgendeiner geschmacklosen Pampe, aber wie sich rausgestellt hat, sind Iomedaes Paladine einer anständigen Mahlzeit gegenüber nicht abgeneigt. Die Mauern des Labyrinths sind mit merkwürdigen Schriften bedeckt. Einige dieser Inschriften sind wahrhaft uralt. Sie stammen aus den Zeiten des Erdenfalls. Andere wiederum sind jüngeren Datums. Und dann gibt es auch noch einige, die ich überhaupt nicht einordnen kann ... und das obwohl ich Linguist bin! Wann immer ich an der Übersetzung einer Inschrift scheitere, runzelt Hauptmann Ling die Stirn und wendet sich ab. Aber was soll ich denn machen? Wir haben deutliche Hinweise darauf gefunden, dass alle möglichen Kreaturen aus unterschiedlichen Ebenen – und sogar von unterschiedlichen Welten – das Enigma besucht haben. Ich habe bereits die unheiligen Symbole der Dämonenherrscher Baphomet und Aldinach entdeckt. Während die Anwesenheit Letzterer nicht überrascht – die Schwestern gehen sich schließlich bereits seit ihrer Geburt gegenseitig an die Gurgel – ist das Auftauchen Baphomets und seiner Kultisten schon interessanter ... Was hat Areschkagal, die Hüterin der Geheimnisse, mit dem Minotaurenfürsten gemeinsam? Abgesehen von ihrer penetranten Fixiertheit auf diese verfluchten dunklen Labyrinthe, natürlich. Apropos ... Ling, meint Ihr nicht, dass vier Tage für eine Aufklärungsmission mehr als ausreichend sind? Ich bekomme langsam Heimweh. Tag 5 Ihr werdet nicht glauben, was heute passiert ist! Während wir durch dieses verdammte Labyrinth gestapft sind, ist uns eine Gruppe von Areschkagals Kultisten über den Weg gelaufen – ein Haufen Gesindel mit weißen Masken. Ling hat sie begrüßt, aber sie haben ein paar rostige Messer gezogen und wollten kämpfen ... eine Torheit, für die sie rasch mit dem Leben bezahlten. Das geschieht diesen Idioten ganz recht. Sie hätten sich ja einfach einen anderen kultischen Glauben aussuchen können. Aber darum geht es gar nicht. Das Seltsame an diesen Kultisten war, dass sie nicht einfach gestorben sind – als sie niedergemacht wurden, sind sie zu Staub zerfallen und haben sich dann aufgelöst! Ihre Leichen sind vollständig verschwunden! Es war unglaublich! Alles, was von den Kultisten zurückblieb, waren ihre weißen Masken. Unsere tapferen Paladine haben sie natürlich unter ihren Stiefeln zermalmt, aber eine konnte ich unversehrt retten. Ha! Also, was wollt Ihr jetzt mit mir machen, Ling? Werdet Ihr versuchen, sie mir wegzunehmen? Daraus wird nichts! Laut unseres Vertrages gestattet Ihr es mir, archäologische Artefakte zu sammeln, solange diese weder lebensbedrohlich noch magisch sind. Ich erkläre diese vollkommen nutzlose weiße Maske hiermit also offiziell zu einem archäologischen Artefakt! Ich beabsichtige, sie zu tragen, den ganzen Tag mit ihr auf dem Gesicht herumzulaufen und sogar mit ihr zu schlafen! Und Ihr könnt nicht das Geringste dagegen unternehmen!" Der letzte Eintrag ist in einer ungelenken, zittrigen Handschrift verfasst, die sich deutlich von der der früheren Einträge unterscheidet. "Tag 6 Also gut, Binaban, konzentrier dich. Reiß dich zusammen, du rückgratloser Schwachkopf! Also, ich bin vor Kurzem aufgewacht. Ich habe mich gestreckt und mich dann gefragt, wieso ich die Paladine nicht gehört hatte. Sie hatten mir bisher nie erlaubt, mich mal richtig auszuschlafen! Ich habe mich also umgesehen und sie alle am Boden liegend vorgefunden – tot. Ihre Finger waren zu Fäusten verkrümmt, ihr Haar war weiß ... einige von ihnen hielten ihre Hände an die Brust gepresst, andere hatten sich eingenässt. Es war, als hätten sie alle etwas Entsetzliches gesehen ... etwas Furchterregendes. Aber ich weiß, was sie gesehen haben: Areschkagals hässliche Fratze! Der Legende nach wird jeder, der einen Blick unter ihre Maske wirft, entweder verrückt oder bricht auf der Stelle tot zusammen. Ich war also einfach hier drüben und habe mit meiner kleinen Maske wie ein Baby geschlafen, während sie ... Na ja, Areschkagal hat ihnen einen Besuch abgestattet, und ... Warum zur Hölle schreibe ich eigentlich immer noch was in dieses dämliche Tagebuch? Ling ist tot! Er hat den Löffel abgegeben, zusammen mit den anderen Paladinen! Das war's! Ich muss hier raus! Ich muss mich für eine Richtung entscheiden – egal, für welche – und versuchen, den Ausgang zu finden! Und ich muss die Maske aufbehalten. Ich habe keine Ahnung, was sie in Wahrheit ist, aber ohne sie würde ich jetzt kalt und tot neben Ling liegen."

"Dämliches Tagebuch" — Gegenstände — Pathfinder: WotR Database