"Eine kühne Sammlung von Wahrheiten: Erinnerungen und Ermahnungen eines Inquisitors von Asmodeus"
Note · 40 GM · Gewicht 2
"Den Sterblichen sind nicht mehr als einige Dutzend Namen von Dämonenherrschern geläufig. Deutlich zahlreicher sind jene Dämonen, die nach einem eigenen abyssischen Reich streben, aber noch nicht in der Lage sind, nach einer solchen Macht zu greifen. Es gibt Hunderte, möglicherweise auch Tausende dieser Dämonen, deren Namen allerdings nur erfahrenen Dämonologen und unglückseligen Narren bekannt sind, die ihre Seelen dem Abyss verkaufen und nicht einmal einen würdigen Gönner für ihre Mühen finden. Ab und an feiert einer dieser schwächeren Dämonen einen überwältigenden Sieg, steigt innerhalb der Dämonenhierarchie auf (oder versinkt er in deren Tiefen?), und während er sich selbst noch als Dämonenherrscher feiert, unterläuft ihm ein Fehltritt und er stirbt einen ruhmlosen Tod. Das Schicksal eines solchen Dämons dient den anderen als Lehre ... aber könnten Dämonen aus ihren eigenen oder den Fehlern von anderen lernen, wären sie dann überhaupt Dämonen? Nein. Ihre störrische Lernverweigerung ist einer der wichtigsten Makel, die das Chaos des Abyss von der wohlgeordneten Hierarchie der Hölle unterscheiden. Die Dämonin Izyagna vom Siebenfachen Schwarm ist ein gutes Beispiel für einen solchen (Miss)erfolg. Als eine der vielen Töchter Lamashtus besaß sie sieben Körper – sieben sterbliche Frauen der verschiedenen Völker Golarions, allesamt mit dem Kopf einer Ameise, die von einem Schwarmverstand kontrolliert wurden. Sie befehligte unterschiedliche Insekten – schwärmende, kriechende Kreaturen –, bevorzugte aber stets Ameisen. Der Verfasser dieser Worte war Augenzeuge eines Treueschwurs einiger Izyagna-Kultisten – der einfältige Novize wurde gezwungen, auf einem Ameisenhügel sitzend zu meditieren! Die von den Brüdern dieses Narren im Umland der kleinen Stadt, in der ich damals meinen Dienst tat, dargebrachten Menschenopfer waren jedoch weit weniger amüsant. Es bedurfte beträchtlicher Anstrengungen, die Kultisten zu vernichten, die gefräßige Insektenschwärme beschworen und im Namen ihrer Meisterin Wahnsinn verbreitet hatten. Und was wurde aus ihr? Welches Schicksal ereilte Izyagna? Die Einzelheiten sind unbekannt, aber es herrscht Einigkeit, dass die Meisterin des kriechenden Schwarms mit dem Meister des fliegenden Schwarms in Konflikt geriet, dem weitaus mächtigeren Dämonenherrscher Deskari. Allein Lamashtus Fürsprache rettete ihre Tochter vor dem sicheren Tod – nicht aber vor ihrem Niedergang und dem Verlust ihrer Kräfte. In der Folge wechselten die meisten ihrer Gefolgsleute zum Kult der Mutter der Bestien. Heute verehren Izyagna nur noch eine Handvoll Spinner mit einer störrischen Vorliebe für Ameisenhaufen ... und selbst ihnen kann sie nur niedere Zauber gewähren."