"Macht über Gesetz" von Mephistopheles
Note · 40 GM · Gewicht 2
"Das Gesetz ist unantastbar. Doch Macht ist urzeitlich. Narren sehen im Gesetz ein Leuchtfeuer der Sicherheit und Gewissheit. 'Haltet Euch an diese Regeln, dann werden die Mächte der Obrigkeit Euch beschützen', sagt die Gesellschaft ihnen. Lasst sie. Sie sind, wie sie sein sollten: Formbar, gefügig, zufrieden damit, Befehle zu befolgen. Denn was ist das Gesetz, wenn nicht ein Derivat der Macht? Es ist das Instrument, durch welches die Macht die Massen einschränkt und lenkt. Nichts weiter. Macht hat die Gesetze begründet, und Macht kann sie auch abändern. Doch solche Änderungen dürfen nicht willkürlich geschehen, auf dass die Hölle nicht wie der Abyss werde, dessen Chaos auf der Herrschaft der Starken beruht. Solche Änderungen müssen so getarnt werden, dass man sie den Massen schmackhaft machen kann. Sie dürfen nur in einer äußersten Notlagen offen eingesetzt werden. Der Pöbel ist zufrieden damit, dem Gesetz zu gehorchen, doch die Eliten unterliegen der Macht selbst. Denn die Macht ist es, welche Grundfesten eines jeden Regimes zertrümmern und neu errichten kann. Vergesst das nie."